Wissenschaftsrat

6. Plenarsitzung: Förderung der Elitenbildung

29/09/2004

Universitätssteuerung und Kunstuniversitäten als weitere Beratungspunkte.

Der Österreichische Wissenschaftsrat hat sich in seiner 6. Plenarsitzung am 24. und 25. September 2004 entsprechend dem Ersuchen von Frau BM Elisabeth Gehrer mit Fragen der institutionellen Förderung von Eliten auseinandergesetzt. Er unterstreicht die Notwendigkeit einer Elitenbildung in Forschung und Lehre und bereitet unter Berücksichtigung unterschiedlicher organisatorischer Optionen eine Empfehlung vor. In einer ersten Analyse wurden erfolgreiche Wissenschaftsinstitutionen in Deutschland, Großbritannien und den USA diskutiert. Zentrale Aufgaben einer Elitenförderung müssen sein: Spitzenforschung und Graduiertenausbildung auf höchstem internationalen Niveau. Dazu treten: Hoher Anteil ausländischer Forscherinnen und Forscher, herausragende Stellung in der österreichischen Wissenschaftslandschaft, Notwendigkeit einer strukturierten Kooperation mit österreichischen Universitäten, Transdisziplinarität im Sinne einer Unabhängigkeit von tradierten Fächer- und Disziplinenstrukturen. So soll die besondere Attraktivität einer solchen Einrichtung für Forscherinnen und Forscher aus aller Welt gewährleistet werden. Für die weitere Diskussion des Wissenschaftsrates wird die Rolle Österreichs im Europäischen Forschungsraum sowie der Standortvorteil des Landes in Mittel- und Osteuropa wichtig sein.

Weiters hat sich der Wissenschaftsrat entsprechend seinem in § 119 UG verankerten gesetzlichen Auftrag mit Steuerungs- und Bilanzierungsfragen des Universitätsgesetzes (Leistungsvereinbarungen, Wissensbilanz, Leistungsindikatoren) auseinandergesetzt. Er wird die laufenden Entwicklungen weiterhin genau beobachten.

Schließlich diskutierte der Wissenschaftsrat auf Grundlage eines von Janet Ritterman (ehemalige Vorsitzende des Postgraduate Committee des britischen Arts and Humanities Research Board und Mitglied des Österreichischen Wissenschaftsrats) erstatteten Berichts über die in Großbritannien seit 1989 implementierte Reform der tertiären Bildungseinrichtungen unter besonderer

Berücksichtigung der Kunstuniversitäten. Letztere zeichnen sich durch eine dynamische Anpassung an gesellschaftlichen Wandel, so durch verstärkte Angebote im Bereich der „creative industries“ aus.


Rückfragehinweis:
Mag. Nikolaus Possanner
Österreichischer Wissenschaftsrat
Liechtensteinstraße 22a, 1090 Wien
nikolaus.possanner@wissenschaftsrat.ac.at
www.wissenschaftsrat.ac.at
Tel: 01/319 49 99 - 20
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